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Das Goetheanum als freie Hochschule für Geisteswissenschaft

Die Freie Hochschule ist eine weltweit tätige Forschungsgemeinschaft mit vielfältig differenzierten Abteilungen (Sektionen). Die Sektionen streben die Zusammenarbeit mit allen anthroposophischen Arbeits- und Lebensfeldern in der Praxis an. Sie pflegen zudem den Dialog mit anderen öffentlichen Forschungsinstituten und Schulen, mit politischen Entscheidungsträgern und Industrieunternehmen, ja mit allen interessierten Menschen.

 


Freie Hochschule

«Mensch, erkenne dich selbst...» – Die heutigen Arbeits- und Lebenszusammenhänge fordern vom Menschen Sozialkompetenz. Und immer mehr Menschen werden durch den generellen Werteverlust verunsichert. In der Verunsicherung kann sich eine Ahnung eines geistigen Ursprungs melden.

 
Mit der Gründung der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, einer modernen öffentlichen Mysterienschule, hat Rudolf Steiner darauf geantwortet. Durch seinen frühen Tod konnte er den Entwicklungsgang der Hochschule allerdings nur in seinen Anfängen vermitteln. Sie ist das Herz der anthroposophischen Bewegung. Ihre Tätigkeit stützt sich auf die geistige Forschung, auf einen von klarem Denken begleiteten meditativen Erkenntnisweg. Die Mitgliedschaft in der Freien Hochschule kann über die lokalen Hochschulverantwortlichen beantragt werden. Über die Aufnahme entscheidet die Hochschulleitung.

 
Die Freie Hochschule ist eine weltweit tätige Forschungsgemeinschaft mit vielfältig differenzierten Abteilungen (Sektionen). Die Sektionen streben die Zusammenarbeit mit allen anthroposophischen Arbeits- und Lebensfeldern in der Praxis an. Sie pflegen zudem den Dialog mit anderen öffentlichen Forschungsinstituten und Schulen, mit politischen Entscheidungsträgern und Industrieunternehmen, ja mit allen interessierten Menschen.

 
In der Schweiz sind eigene Hochschularbeitskreise mit lokaler Prägung im Aufbau. Sie berücksichtigen die regionalen Verhältnisse in ihrer Tätigkeit, fühlen sich jedoch auch mit dem Goetheanum in Dornach als Weltzentrum verbunden.

 
Die Freie Hochschule ist gegliedert in eine Allgemeine Anthroposophische Sektion (AAS) mit Schwerpunkten in grundlegenden anthroposophischen Themen und in Fachsektionen.

 



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Gliederung in Sektionen

Die Freie Hochschule ist gegliedert in eine Allgemeine Anthroposophische Sektion (AAS) mit Schwerpunkten in grundlegenden anthroposophischen Themen und in


Fachsektionen

 Allgemeine Anthroposophische Sektion

mit den Feldern und Forschungsthemen:

– Studium und Meditation

– Allgemeine Menschenkunde

– Karma und Reinkarnation

– Sozialgestaltung und Sozialkompetenz

– Christologie und Hierarchienlehre

– Zeitgeistforschung

 Mathematisch-Astronomische Sektion

 Medizinische Sektion

 Naturwissenschaftliche Sektion

 Pädagogische Sektion

 Sektion für Bildende Künste

 Sektion für das Geistesstreben der Jugend (Youth Section)

 Sektion für Landwirtschaft

 Sektion für Redende und Musizierende Künste

 Sektion für Schöne Wissenschaften

 Sektion für Sozialwissenschaften

 


In der

ALLGEMEINEN ANTHROPOSOPHISCHEN SEKTION

der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft werden zentrale Fragen gegenwärtigen Menschseins und der Anthroposophie erforscht und gepflegt. Gegenwärtig stehen folgende Gebiete im Vordergrund:

1. Geisteswissenschaftliches Studium und meditative Praxis
Im Studium der anthroposophischen Geisteswissenschaft werden Methoden des Umgangs mit Texten praktiziert, Inhalte zur Kenntnis genommen und verarbeitet. Das geisteswissenschaftliche Studium bildet den ersten Schritt zu einer meditativen Praxis im Sinne der Anthroposophie.

2. Geisteswissenschaftliche Menschenkunde
"Das Ich erhält Wesen und Bedeutung von dem, womit es verbunden ist" - Rudolf Steiner prägt im Buch "Theosophie" mit diesen einfachen Worten einen komplexen Zusammenhang: Die eigene Existenz wird durch das geprägt, was Gegenstand ihrer Beschäftigung ist.
Womit "das Ich" sich verbindet, ist einerseits an die Vergangenheit gebunden (Leib), kann in der Gegenwart aktuell erfasst und gestaltet werden (Seele) und zu Fähigkeiten führen, die eigene Existenz aus Zukunftsmöglichkeiten zu verwirklichen (Geist).

3. Reinkarnation und Karma
Die seit der Neuzeit wachsende Verantwortung des Menschen für sich selbst und seine Lebenswelt hat auch Konsequenzen für das eigene geistige Sein: einerseits wird der Mensch zunehmend das, was er selbst aus sich gemacht hat. Andererseits ist er konfrontiert mit den Folgen der eigenen Taten in der Welt. Beides ist in der Gegenwart in seinen zivilisatorischen Folgen unübersehbar.
Der Gedanke der Wiederverkörperung des individuellen Geistes und des Schicksals im Sinne der Anthroposophie beinhaltet, dass dieser Zusammenhang von Selbstbestimmung und Selbstsein bzw. von Handlung und Verantwortung auch dann bestehen bleibt, wenn zeitlich die Grenzen von Geburt und Tod überschritten werden.

4. Christologie und Hierarchienlehre
In der Vergangenheit hat die kulturelle und individuelle Identitätsbildung weitgehend durch die "grossen Erzählungen" der Menschheit stattgefunden: Mythen der Weltentstehung, Offenbarungen und Prophezeihungen, die religionsstiftenden Urkunden.
Die Neuzeit hat an diese Stelle zunehmend eine natur-orientierte Wissenschaft gesetzt.
Ermangelte die frühere Form der Identitätsbildung einer wissenschaflichen Form, die unabhängig von Offenbarung und Religion ist, so setzt die an der Natur gewonnene Einsicht über den Menschen der Frage nach seinem eigenen Wesen enge Grenzen.
Im 20. Jahrhundert stellt sich die Frage, ob der Mensch und sein Verhältnis zu einem Göttlichen Gegenstand einer wissenschaftliche Betrachtung sein kann, ohne in voraufklärerische Haltungen zurückzufallen. Anthroposophie ist ein Versuch, diese Frage positiv zu beantworten.
Einerseits können die durch die neuzeitliche Entwicklung gewonnenen Fähigkeiten auch für eine übersinnliche Erforschung der Entstehung und Entwicklung von Mensch und Welt erweitert werden, so dass neue "Erzählungen" entstehen, die auf die produktive Kraft des einzelnen Menschen bauen.
Andererseits kann so die Beschäftigung mit "grossen Erzählungen" zu einem vertieften Menschenverständnis und zu einer menschheitlichen Toleranz und Akzeptanz beitragen.
Die Christologie und die Lehre von geistig-hierarchischen Wesen nimmt in der Anthroposophie eine zentrale Stellung ein.

5. Sozialgestaltung und Sozialkompetenz
Gesellschaftliche Zusammenhänge, können heute nicht mehr darin bestehen, dass der Mensch sich ihnen unterwirft, sondern sie müssen die Fähigkeiten des Einzelnen befördern und seinen Bedürfnissen entgegenkommen. Das stellt Herausforderungen überall dort, wo durch Zusammenarbeit mehr erreicht werden soll, als ein Einzelner vermag.

6. Entwicklungs- und Zeitfragen
Ein Chrarakteristikum der Anthroposophie kann darin gesehen werden, dass aus der Entwicklung des Individuums Initiativen für die gegenwärtige Zivilisation entspringen. Die Diagnose der Zeittendenzen und der Herausforderungen, die durch die Lebenswelt der Gegenwart gestellt sind, kann als individuelle und gesellschaftliche Entwicklungsaufgabe skizziert werden. Wie wird zivilgesellschaftliches Initiativpotential, Geistesgegenwart im täglichen Leben und situativer Einfallsreichtum individuell verfügbar?