Zukunft säen – 50-Jahre Demeter Ö., Demeter in der Stadt, Neuer Lehrgang Biol.Landw.

Es war ein wunderschönes Fest. Am Wegwartehof im Waldviertel traf sich am 21. und 22. September die österreichische Bioszene mit vielen Interessierten, um bei strahlendem Wetter 50 Jahre DEMETER Österreich zu feiern. Nach der feierlichen – und durchaus auch politisch kritischen – Eröffnung durch Demeter-Obmann Andreas Höritzauer und BIO AUSTRIA-Obfrau Gerti Grabmann ging es am Samstag gleich aufs Feld. Gemeinsam wurde unter den wachsamen Augen von Saatgutpionier Hans Gahleitner Dinkel ausgesät, ein klares Zeichen für eine enkeltaugliche und gentechnikfreie Zukunft. Es hat sich gut angefühlt, nebeneinander über das Feld zu gehen, das Getreide in den Händen, und sich dessen bewusst zu sein, dass dies die ursprüngliche Art ist, wie seit vielen Generationen ausgesät wird.

Foto Zukunft säen

In diesem Sinne ging es weiter mit einem Podiumsgespräch zur Zukunft der Biolandwirtschaft. Andreas Höritzauer sprach einleitend über das Ziel des assoziativen Wirtschaftens. Alfons Piatti (Demeter-Bauer) wünschte sich, in der Landwirtschaft Spiritualität zu säen, ohne jemanden auszuschließen. Johannes Gutmann (Sonnentor) wiederum erinnerte als Reaktion auf Reinhild Frech-Emmelmanns (Reinsaat) Aufforderung „Essts was Gscheit‘s!“ daran, dass mehr zu zahlen auch mehr Wert und mehr Arbeitsplätze schafft, und dass er es schätzt, dass bei Demeter-Bauern der Fokus auf der Gestaltung von Zukunft liegt. Heini Staudinger (GEA) forderte von der Politik das Schaffen von Rahmenbedingungen, wollte aber auch großzügig sein und die Spielräume in unserem Überfluss genutzt sehen.

An beiden Tagen gab es viel zu erleben: Da gab es kulinarische Demeter-Highlights, Fundstücke aus 50 Jahren Demeter Österreich und Infostände von vielen Demeter-Partnern und -Partnerinnen. Bei Hof- und Kräuterführungen, dem Stutenschaumelken mit Stutenmilchverkostung und allerlei rund ums Pferd konnte der Wegwartehof mit allen Sinnen erlebt werden.

Am Sonntag wurde morgens eine Messe gefeiert. Danach startete Heini Staudinger seinen bezugnehmend auf Gandhi ‚Salzmarsch‘ genannten Marsch nach Wien. Protestiert wird gegen die Steuerbefreiung von Paketen bis 22 Euro, die von außerhalb der EU nach Österreich kommen. Besonders interessiert aufgenommen wurde am Sonntag Wolfgang Ehmeiers Vorstellung der energiesparenden Bodenbearbeitung mit dem Pferd. Freudig wurde der feine Waldviertler Boden mit tierischer Hilfe gepflügt. Natürlich gab es nun auch die Gelegenheit, die Rühr- und Spritztechniken für biodynamische Präparate kennenzulernen und vieles über die Demeter-Landwirtschaft in der Praxis zu erfahren.

Ein Demeter-Rätsel mit tollen Preisen beendete das Fest, von dem sicher viele Besucher und Besucherinnen zahlreiche neue Eindrücke und eine lebendige Vorstellung von Demeter-Landwirtschaft mitnahmen.

Birgit Heinrich, Demeter Österreich

Demeter in der Stadt – 50 Jahre Demeter Österreich

Fr, 18. Oktober 2019 ab 11 Uhr,

Naturkost St. Josef, Zollergasse 26, 1070 Wien

Etwa 20 Demeter-Betriebe präsentieren ihre Köstlichkeiten direkt in der Stadt, beim Demeter-Aktiv-Partner Naturkost St. Josef. Es wird auch das bekannte köstliche Mittagslunch von Othmar Holzinger geben – diesmal mit besonders vielen Demeter-Produkten. Außerdem wird live Butter gerührt, Strudel gebacken, Kartoffel-Raritäten verkostet, und Sie haben die Möglichkeit zum ‚Speed-Dating‘ mit den Demeter-ProduzentInnen. Bauern, Familien und Foodies verkosten, diskutieren und feiern. www.demeter.at

„Lehrgang Biodynamische und Biologische Landwirtschaft 2019/2020“

Da der Umfang dieses Lehrganges für einige interessierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen  zeitlich zu umfangreich ist, werden wir ihn in dieser Form nicht durchführen und stattdessen im Februar mit einem stärker auf Biodynamik fokussierten und zeitlich reduzierten Lehrgang beginnen.

Neuer Lehrgang startet als „Seminarreihe für Biodynamische Landwirtschaft“  ab Februar 2020

Dieser biodynamische Lehrgang führt Wissenschaft, Forschung und Praxis zusammen. Er will ökologische und ökonomische Horizonte erweitern – aber vor allem das Verständnis für die Naturzusammenhänge vertiefen. Der Kurs richtet sich an Menschen in der Landwirtschaft und den mit ihr verbundenen Lebensfeldern, die ihr Verhältnis zur Natur, zur Technik, zur Wissenschaft und Kunst im Rahmen ihres landwirtschaftlichen Verständnisses neu verorten möchten; er richtet sich sowohl an neu Beginnende als auch an Fortgeschrittene. Er findet sowohl als berufsbegleitende Wochenend-Veranstaltung im Seminarhaus des Klosters der Barmherzigen Schwestern in Laab im Walde bei Wien wie auch als Exkursions-Modul auf verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben statt.

Start: Februar 2020. Ende: November 2020. Anmeldungen ab sofort möglich

Kosten: € 850.-  Early bird bis 15.Oktober 2019. € 900,- reguläre Teilnahmegebühr

Anmeldeschluss: 10. Dezember 2019. Nähere Informationen unter www.biodynamisch-lehren-forschen.at, Tel.  Sylvia Heinzl 0699 81720723 (bitte mailbox besprechen)

Organisatoren: LFG, Boku, demeter, (BioAustria, respect-BIODYN), Anmeldungen an lehr-forschungsgemeinschaft@gmx.at

Weitere Veranstaltungen (Genaueres im Veranstaltungsteil und unter: www.demeter.at)

Wesensgerechte Züchtung, So, 10. November 2019

Waldviertler Biogespräche, Zwettl NÖ, Mi, 25. November 2019

Rückengesundheit , Droß NÖ Fr, 13. Dezember 2019

Präparateseminar mit Vincent Masson, Wegwartehof NÖ, Di, 14. – Do, 16. Jänner 2020

Biodynamischer Tag,  Wels OÖ, Mi, 29. Jänner 2020

Landwirtschaftliche Tagung am Goetheanum, Dornach Schweiz, Mi, 5. – Sa, 8. Februar 2020

Grundlagen der biodynamischen Landwirtschaft,  Velden Kärnten, Mo, 24. – Do, 27. Februar 2020

Wie komme ich zu meinem richtigen Tier am Hof, Enzersdorf NÖ, Fr, 6. März 2020

Die Lange Nacht der Demeter-Höfe 2020, Sa, 16. Mai 2020 abends

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