Sommer Sonne Süden

Text: Reinhard Apel

Reinhard Apel verarbeitete medizinische Ezzes von Dr. Helmut Mayer, Arzt für physikalische Medizin in Wien. Das Gespräch mit Dr. Mayer fand im Wienerischen Idiom statt.Diese Nuance wurde sporadisch eingearbeitet.

„Ans Meer, ans Meer, dort schäumen die Wogen“… so beginnt ein Gedicht, die Wellengewalten besingend.

Wenn wir mit Sack und Pack uns gen Süden aufmachen und die Schüler endlich den Unterricht hinter sich lassen dürfen, suchen wir Wärme und Sonne. Im Folgenden wird auf drei Aspekte eingegangen.

  1. Bewegung
  2. Trinken – aber wie und was
  3. Sonnenschutz

Bewegen – so gut‘s geht und solang es gut geht

Den Körper in Bewegung zu halten, ist wichtig. Wir kennen das. Denn in der menschlichen Evolution hat sich unser Leib nicht so gebildet, dass er fürs Büro bestimmt war und für eine sitzende „Tätigkeit“ dort. Also sind Laufen, Ballspielen, Schwimmen und Wandern im Sommer eine erstrebenswerte Sache. Dass die kroatischen Einheimischen (zumindest in der Nähe von Rijeka) unter Baden gehen im Wesentlichen verstehen, bis zum Nabel im Wasser stehen und sich mit der Familie dabei köstlich zu amüsieren, wird von den Sommerfrischlern aus Mitteleuropa ohnehin nicht nachgeahmt. Gerne erweisen diese, dass sie von auswärts kommen und kraulen beflissen.

Bewegen also ja, aber an die Umstände angepasst zum Beispiel an das Wetter. Wer eine rasche Wiedervereinigung mit der geistigen Welt anstrebt, geht am besten bei Gewitter schwimmen. Es gibt ja ohnehin die Reinkarnation. Beim Bewegen kommt man gut zu sich, verbindet sich mit dem Körper. Aber immer mit Augenmaß und einem guten Gefühl für sich selbst sollte man es angehen. Sobald etwas schmerzt, ist eigentlich eine Grenze erreicht. Da geht´s dann nicht mehr wirklich gut. Der stolze Muskelkater in Ehren, aber man sollte auf den Körper hören und die Zeiten der Regeneration beachten. Unser Korpus braucht seine Zeit, bis er sich auf Mehrbelastung einstellt. Sich im Urlaub eine Woche auspowern und daheim wieder nichts tun ist besser als gar keine Bewegung. Aber im Grunde ist es eine Unsitte.

Regelmäßige begrenzte Übungen am Morgen stehen nicht umsonst hoch im Kurs. Bewegung bringt uns gut in den Tag hinein. Seien es Push–ups, sei es Chi Gong oder auch einmal Eurhythmie.

Die Eurhythmie wäre ein eigenes Thema. Es sind das Bewegungsübungen, auf den Europäer ideal zugeschnitten, und zwar so, dass Leib, Seele und Geist gleichermaßen und in einem Schwung durchgearbeitet werden. Beim Sport kann ja generell das seelisch–geistige Moment etwas zu kurz kommen. Diesbezüglich sei ergänzend auf den Beitrag „Innerliches Bräunen“ verwiesen (siehe Startseite).

Was die fernöstlichen Körperübungen betrifft, etwa das mit einiger Intensität im Internet beworbene Tai Chi (Nach 14 Tagen merkt Ihre Frau den Unterschied, nach 2 Monaten sagt der Sohn, wenn er zu Besuch ist: „Papa, bist Du das?“), so haben die Asiaten einen viel beweglicheren Körper als wir. Sie können die ihnen gemäßen Übungen bewundernswert geschmeidig ausführen. Doch uns fällt das schwerer.

Nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Schwitzen ist gut (Originalton: In da Hitzn tuat ma schwitzn), denn man scheidet dabei allerlei Gifte aus. Wer ordentlich gesportelt hat, wer gar ins Schwitzen kam, muss dann etwas …

Trinken

Wasser vs. Mineralwasser

Natürlich am besten ist Wasser, so denkt man, denn es hat keine Kalorien. Doch ist Mineralwasser die viel bessere Alternative. Wenn nämlich der Körper viel Flüssigkeit verliert, so erleidet er irgendwann auch einen Mangel an Salz und anderen Mineralien. Diese Stoffe kann er nicht selber erzeugen, so wie er den Zucker aus Stärke auch bei vollständig ungesüßter Nahrung hervorbringt. Das geht beim Zucker, nicht aber beim Salz. Wir haben alle schon gehört, dass selbst das Wild im Wald seine Salzleckstellen braucht. Somit kann uns nach einem ausgiebigen Ballwechsel trotz ausreichendem Trinken noch immer ein Schwächeanfall heimsuchen, wegen des zu stark ausgespülten Natriums. Mineralwässer beheben diesen Mangel. Dabei ist ein Wechsel zwischen verschiedenen Marken anzuraten, denn jedes Mineralwasser hat einen etwas anderen Gehalt an Mineralien aufzuweisen (Originalton: „Bitte ned imma dessöbe Wossa!“). Bleibt man immer beim gleichen Wasser und trinkt nur mehr Mineralwasser, so können manche Bestandteile auch überbetont werden. Also nicht auf die Dauer nur Vöslauer. Man kann auch eventuell erweitert dazudenken, dass Mineralwasser aus unserer Zeit vielleicht passender ist als fossiles Wasser, aus großer Tiefe heraufgeholt. Zumindest sollte man dann das Leitungswasser unserer Zeit ergänzend trinken, vorausgesetzt es ist so unbedenklich, wie das Wiener Wasser.

Menschen die Blutdrucksenker einnehmen, sollten bedenken, dass diese eigentlich immer eine gesteigerte Entwässerung bewirken. Das erhöht im Sommer nochmal den Natriummangel, auch wenn man nicht sportelt.

Fruchtsäfte und Tees stellen eine Zwischenlösung dar und sind in Bezug auf Natrium und andere Mineralien dem Leitungswasser gerne beizugesellen. Denn durch ihre Inhaltstoffe hemmen sie den Vorgang des Ausspülens, wenn sie auch kaum Ersatz bieten. Sie binden das im Körper vorhandene Natrium quasi besser.

Temperatur des Getränks

Das ist ein heißes Thema. Denn man liebt es doch, an einem sonnigen Tag etwas Kaltes die Gurgel hinunterfließen zu lassen. Aber das ist eben gar nicht nett für den Magen und die Innereien. Denn die brauchen eine gewisse Betriebstemperatur und das kalte Trinken macht mindestens müde. Es tut einfach im Bauch nicht gut und der Kreislauf mag es auch nicht besonders. Ein Getränk auf Umgebungstemperatur kommen lassen, indem es ein bisschen stehenbleibt, Flüssiges nicht direkt aus der Kühlung eisklalt zu sich nehmen, ist sehr anzuraten. Zuweilen hat der Wirt ja sogar ein Einsehen und serviert das Wasser/Zitron mit Zimmertemperatur.

Am besten ist – es klingt nur paradox – wenn es warm ist auch warm zu trinken. Man wird mitnichten mehr schwitzen. Das bewirkt hingegen sicher die eiskalte Cola. Somit machen es die Menschen in mediterranen Gegenden und besonders im arabischen Raum ganz richtig: Sie nehmen im Sommer heißen Tee zu sich.

Hingegen ist das Eisstanitzl gar kein großes Problem in Bezug auf die Temperatur. Denn das Eis wird auf der Zunge und im Mund relativ langsam angewärmt, ehe es im Magen ankommt. Das „Auf der Zunge zergehen lassen“ ist so falsch nicht.

Sonneneinwirkung

Die Sache mit dem Sonnenbrand und der Hautkrebsgefahr ist hinlänglich bekannt. Gut ist, wenn die Sonnencreme nicht nur einen entsprechenden Sonnenschutzfaktor hat, sondern auch pflegende Zusätze enthält, die der Haut an sich guttun. So gegeben bei der Weleda Sonnenschutzcreme, deren Schutzfaktor heute in allen notwenigen Graden vorliegt. Natürlich macht man da auch bei der Naturkosmetik Kompromisse und fügt etwas bei, was nicht mehr reiner Pflanzenextrakt ist. Die alte Weleda Sonnenschutzcreme war in ihrer Pflegewirkung großartig, wie alle Weleda Hautprodukte.

Man kauft da zur Kosmetik immer auch eine gewisse Heilwirkung dazu. Allein der Sonnenschutzfaktor von anno dazumal wäre heute für die meisten Hauttypen doch zu gering, hat doch die Sonne an Intensität merklich zugelegt.

Im Übrigen könnte der Beflissene sich durchaus auch Heilerde draufschmieren. Das geht meistens auch gut und kann kostengünstiger sein.

Auch der Schatten hat immer wieder sein Gutes, wiewohl man mit Recht gerne einmal die volle Sonnenwirkung überall am ganzen Körper spürt. Das löst und befreit und stärkt natürlich schon. Da sind die Bedürfnisse unterschiedlich und man muss eben das rechte Gefühl für sich selbst entwickeln und die eigene Hitzeverträglichkeit erspüren.

Man verliert grundsätzlich viel Wärme über den Kopf. Aber hier ist eine Person empfindlicher, die andere weniger. Das Haar schützt den Kopf. Wer es nicht mehr hat, ist mit einer Kappe gut bedient. Oder mit einem Hut. (Originalton: „I hob jo a Glotzn. oba a charmante Glotzn.“) Bei Frauen tut meist das dichtere Haar das ihre. Allerdings haben andere Kulturen immer ihre spezifische Kopfbedeckung gehabt. Die Italiener haben ihre traditionellen Hüte, so a la Mafia. Und in manchen Gegenden trägt man halt Turban, in Arabien Burnus. Im Orient hat man eigentlich immer etwas auf dem Kopf. Auch bei uns gabs früher den Hut und das Kopftuch bei der ländlichen Bevölkerung. In der wurlerden Stadt von heute hält die Kopfbedeckung das Bewusstsein besser zusammen, während es in der Natur mehr vor dem zu sehr Hinausgezogenwerden in die Naturkräfte der Umgebung bewahrt. Seelisch ist man so in mancher Hinsicht besser abgeschirmt, energetisch geschützter, wenn man so will. Man ist behütet. Man bleibt – anthroposophisch gesehen – besser bei sich. (Originalton: „Beim Trump stimmts ned. Der hot imma a Kappl, oba do nutzts nix.“) Es gibt das Bonmot: Einen fortgeschrittenen Anthroposophen erkennt man daran, dass er einen Hut aufhat. Was im Kopf tatsächlich vorgeht, der vom Hut bedeckt ist, erfährt man allerdings erst, wenn man Anthroposophen einmal kennenlernt. Auch die mit Haube oder Kapperl sind im Allgemeinen ganz zutraulich.

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