Humus als Helfer gegen Flut und Dürre

Humusreiche Böden in vielfältiger Landschaft widerstehen der Überflutung wesentlich besser, weil sie mehr Wasser aufnehmen.

Ein Gespräch mit Ing. Florian Amlinger.

Für den Wegweiser, Reinhard Apel

Lieber Florian, stell Dich kurz vor.

Ich bin gelernter Landwirt von der Universitär für Bodenkultur in Wien, bekannt als Boku, und habe dann 10 Jahre bei der Bioforschung Austria gearbeitet, damals genannt Ludwig Boltzmann Institut für Biologischen Landbau. 1986 hatte das erste Pilotprojekt zur getrennten Sammlung begonnen und ich habe die Kompostierung betreut. Ich war auch 10 Jahre in der Geschäftsführung und im Vorstand des Demeterbundes, habe dann Kompostprojekte zu meiner Hauptaufgabe gemacht, für Ministerien gearbeitet, Forschungsprojekte betrieben, Gesetzte geschrieben und Richtlinien für die Kompostierung und die getrennte Sammlung verfasst. Dann habe ich mich mit einem Ingenieursbüro für Kompostentwicklung und Beratung selbständig gemacht. Momentan gebe ich viele Ausbildungen und Workshops besonders auch im anthroposophischen Bereich, wo es dann um folgende Fragen geht: Was ist das Leben, der Boden, die Pflanze? Man versucht das Lebendige zu erfassen und wie von da aus – im rechten Empfinden auch – Erde und Boden wesens-und sachgemäß bearbeitet werden. Das Projekt “Gemeinschaftlich Leben – Heilsam Gestalten” in Großmörbisch im Südburgenland ist im Moment die wichtigste Sache, die ich betreibe.

Ich muss mir jetzt – glaub ich – eine Krawatte umbinden. Du bist also wirklich spezialisierter Spezialist im Spezialgebiet Humus und Kompost. Wie schaffen wir jetzt die Verbindung zum Wasser und der Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens?

Verschiedenste Studien belegen eindeutig, dass das Bodenleben, das den Stoffumsatz durch Bakterien, Pilze, Pflanzenwurzeln, Kleinstlebewesen (Springschwänze, Regenwürmer, Fadenwürmer, Milben etc.) ermöglicht, im Wesentlichen so wirkt, dass in nachhaltiger, in ausgeglichener Weise das Wasser der Pflanze zur Verfügung gestellt wird. Das ermöglicht, dass Wasser in Trockenperioden da ist, aber auch während intensiver Niederschläge viel Wasser aufgenommen und gespeichert werden kann.  Und das auch bei überbordenden Niederschlägen, wie es sie jetzt häufiger gibt.

“Boden” ist da also nicht nur Erde, und da sickert halt was rein, sondern das Leben im Boden verstärkt die Aufnahmefähigkeit für das Wasser?

Genau. Das sind diese 15 Tonnen auf den Hektar an all dem, was ich da aufgezählt habe, das entspricht vom Gewicht ca 20 Kühen, die in den ersten 20 – 30 cm eines gesunden Bodens leben. Mancher Regenwurm gräbt noch tiefer. Das ist die Humusschicht, die etwas dünkler gefärbt ist als der direkt darunter liegende Mineralboden. Von unten her verwittert das Gestein und wird in immer feinere Kies-, Sand- und Tonpartikel zerkleinert. Von oben her haben wir die organischen Substanzen, die sogenannten Bestandesabfälle (Blätter, Stroh, Fallobst etc.), die durch das Bodenleben verdaut werden. Da muss etwas geschehen mit diesem Material, dass ein gewisser Teil davon umgewandelt wird in Humus. Das wichtigste Lebewesen im Boden ist aber die Pflanze selbst. Nur durch sie ist das genannte Bodenleben möglich. Das vergisst man leicht.

Weil man es trennt in Gedanken?

Genau. Oben Pflanzen – unten kleine Viecher. In Wahrheit bedingt sich das. So haben die Bakterien überhaupt nur eine Lebenschance, wenn oben wenigstens die primitivsten Pflanzen sind: Algen und Flechten. Die beginnen alles aufzuschließen. Es wird ja bis zu 50% dessen, was die Pflanze durch Photosynthese bildet unten durch die Pflanzenwurzeln wieder ausgeschieden. Das ist unglaublich. Die Pflanze betreibt da sozusagen eine Luxusphotosynthese, durch die sie neben ihrem Wachstum unten in der Wurzelsphäre, also unmittelbar um die Wurzelspitzen herum, Nahrung für das Mikrobiom schafft! Dieses ernährt sich davon, vermehrt sich. Es befindet sich um die Wurzel herum übrigens das 50fache an Bodenleben (in der sog. Rhizosphäre) als im Rest des Bodens. Daher ist es keineswegs so, dass da der Boden wäre und man steckt praktischer Weise die Pflanze hinein, dass sie halt wachsen kann. Die Pflanze selbst tut viel, damit der Boden das Bodenleben erhält, also für Bakterien, Pilze, Kleinstlebewesen Lebensraum schafft, den sie dann auch für sich braucht. Das ist ein hin und her, ein Gleichgewicht, dass sich gegenseitig trägt. Das Bodenleben sorgt dafür, dass Nährstoffe aus dem Mineralboden und aus dem organischen Abbau der Pflanze zugeführt und von ihr aufgenommen werden können.

Der Wegweiser bräuchte wirklich einen Sponsor, der es ermöglicht, damit so gehaltvolle Interviews wie dieses – es ist nicht das erste seiner Art – in vollem Umfang abgedruckt und dem Leser als intellektuelle Nahrung zugeführt werden können. Das hier ist der Anlage nach ja eine Broschüre: “Florian Amlinger über Humus und seine erstaunlichen Aspekte”. Wegen unserer knappen Mittel, machen wir es so, dass wir jetzt wieder zum Wasser und seiner Aufnahme im Boden springen.

Der Humusinitator ist die Pflanze selbst. Sie tut viel dafür, dass dieses ganze Stoffkreislauf-system funktioniert. Sie ist ein Wesen, sie bewirkt etwas. Die Pflanze ist wohl eher nicht ein reines Ergebnis externer Bedingungen. Sie braucht aber einen besonders wichtigen Partner aus der mineralischen Komponente – wie gesagt für den sie auch etwas tut – und das ist der Ton. Was sauft sich supergut mit Wasser an, das weiß jeder: der Ton!

Bei Sintflutgüssen nicht verzagen. Es hilft der gute Ton, in allen Lebenslagen.

Es ist eine ganz enge Ehe zwischen dem, was aus dem Organischen an sogenannten Abbauprodukten kommt (Peptide, Phenole, Benzole etc.) und dem Ton. Die Abbauprodukte verbinden sich durch ihre Ladungsdynamik, also quasi elektrostatisch mit dem Ton, der auch eine Ladung hat. Ton ist ein Schichtmineral, kleiner als 2 Mykrometer. Es ist ein Prinzip: Je kleiner die Partikel desto größer die Oberfläche und damit die Möglichkeit, Wasser aufzunehmen und abzugeben, Nährstoffe aufzunehmen, wieder abzugeben und auch kolonisiert zu werden durch das Mikrobiom. Alles vollzieht sich auf der Biofilm–Oberfläche im Mikrobiom im Boden immer in Wechselbeziehung und Austausch. Alle Studien im Hinblick auf den Wasserhaushalt sagen aus, dass es für die Resilienz gegen Austrocknung in immer länger werdenden Trockenperioden, also um die Fruchtbarkeit erhalten zu können, wichtig ist, dass viel Wasser in dem beschriebenen Ton-Humus Komplex gespeichert werden kann.

Humus speichert also mehr, nimmt mehr Wasser auf, als Flächen wo wenig humusreicher Boden ist. Sprichst Du jetzt nur vom Acker, vom Feld?

Grünland hat eine etwas andere Dynamik als des landwirtschaftliche Feld. Dort rührt man nicht um. Je öfter ich Pflüge und offen liegen lasse, desto mehr wird Humus durch bestimmte Bakterien abgebaut, die durch Sauerstoffzufuhr aktiviert werden. Deshalb ist für das Feld das Mulchen, der Zwischenfruchtanbau, die vielfältige Durchwurzelung in tiefere Schichten und unterschiedliche Wurzelausscheidungen verschiedenster Pflanzen unglaublich wichtig, damit der Boden lebendig aufgeschlossen ist.

Dann nimmt er Wasser gut auf?

Ja. Das passiert durch die sogenannte Lebendverbauung. Wir haben zwei Gefügestrukturen im Boden. Das rein mineralische Gefüge ist eckig, kantig wie alles Tote. Wenn Du alt wirst, sieht Dein Gesicht immer eckiger und kantiger aus. In der Natur ist das auch so. Ein saftiger grüner Zweig hingegen ist rund und weich, für uns meistens also sympathisch. Garer Boden hat nicht nur diese durch das Mineral dominierte und kristalline Polyederstruktur – kantig – sondern, da kommen die Bakterien, Wurzelausscheidungen, Schleimstoffe und der ganze Biofilm eben und alles wird zu einem sogenannten und im lebendigen Boden sehr wünschenswerten Kolloid (Kollos – Leim, griechisch) verklebt. Das Kolloid ist ein Gefüge aus runden sogenannten Krümeln und hat viele Poren. Das ist zusammen mit dem quellfähigen Ton zusammen der Schwamm (quasi), der im lebendigen Boden so viel Wasser aufnehmen und speichern kann.

Ein Beispiel?

Es regnet 10 Tage nicht. Ein humusreicher, vielleicht auch vielfältig bewachsener Boden kann das bestens überstehen. Nichts verwelkt, der Boden trocknet nicht vollständig aus. In einem Boden ohne wirkliche lebendige Bodengare ist es so, dass nach 5 Tagen die Pflanzen absterben, weil sie kein Wasser mehr zur Verfügung haben. Regnet es viel, oder sehr viel sogar, so nimmt der lebendige Boden mit viel Humus und Bodengare wesentlich, wirklich wesentlich  mehr Wasser auf, bevor es an der Oberfläche abfließt und zu Überschwemmungen beiträgt.

Wir sind also in Bezug auf den Klimawandel widerstandsfähiger mit einer auf das Bodenleben orientierten Humuswirtschaft. Der Mineraldünger kann das Bodenleben nicht fördern, der Kompost schon. Das ist so bei jeglichem Bio – Landbau. Die biologisch dynamische Landwirtschaft bringt – Studien belegen das – bei vielen diesbezüglich messbaren Parametern noch einmal besonders gute Ergebnisse hervor.

Darüber und über das Besondere des Humusaufbaus (Kompost vs. Mineraldünger) und andere Bodengeheimnisse mehr im nächsten Heft. Lieber Florian, vielen Dank für das Gespräch in deinem durchgestalteten Garten in Perchtoldsdorf. Deine Kompostkurse seien allen Lesern anempfohlen.

Lebendiger Humus ist das Um und Auf

Rückblick auf den ersten Teil des Gesprächs über Humus, Flut und Dürre

Wir haben da besprochen, wie die Humusschicht zustande kommt, was für ein komplexes Gewebe sie ist. Wir haben auch betrachtet, wie gut das alles mittlerweile wissenschaftlich erforscht ist. Man hat erkannt, welche Prozesse und Lebewesen (Bakte­rien, Pilze, Springschwänze, Regenwürmer usw.) und ins Leben hereingenommene mineralische Stoffe gemeinsam den Humus mitstrukturieren und schützen, was diesen Vorgang positiv oder negativ beeinflusst. Das Überraschendste war, dass es ganz so aussieht, als würde die Pflanze selbst die für sie notwendige Humusschicht wesentlich mit bewirken. Sie tut dies mit Ausscheidungen an den feinsten Wurzelspitzen. Das wichtigste Lebewesen im lebendigen Boden ist die Pflanze selbst. Sie initiiert sozusagen die Humusbildung. Erst wenn die Humusschicht als bebaubare Schicht des Bodens ganz lebendig ist, hat sie auch den optimalen Was­serhaushalt. Sie kann dann große Mengen Wasser aufnehmen und speichern. So hilft lebendiger Humus gegen die Gefahr der Überschwemmung aber zugleich wirkt er bei/in Trockenperioden der Dürre entgegen. Denn dann wird das im Humus gespeicherte Wasser wichtig. Es hängt stark vom Humusgehalt des Bodens ab, wie gut er mit dem Wasser umgeht. Und damit ist die Resilienz gegen den Klimawandel nicht zuletzt davon abhängig, wie wir Landwirtschaft betreiben.

Somit kommt man zu einer weniger beachteten Wir­kung des biologischen Landbaus im Allgemeinen und des biologisch-dynamischen Landbaus im Spe­ziellen: der stark verbesserten Wasserrückhaltefähig­keit des Bodens.

Was der Kauf von Bioprodukten bewirkt

Das ist dann die Weiterführung all dieser Fragen in die Bereiche von Handel, Kauf und Verkauf hinein. Ohne die Abnehmer, die die Anliegen des biologi­schen Landbaus oder eben dann auch des Demeter Landbaus verstehen, hätte sich die Biowelle niemals so etablieren können.

Ist Kunstdünger effizient?

Sehen wir noch einmal näher hin, was dem Boden so besonders gut tut im Rahmen der biologischen Landwirtschaft. Da geht es um eine am Bodenleben orientierte Humuswirtschaft. Das ist etwas völlig an­deres, als die Idee der mineralischen Düngung. Sie sieht den Boden bloß als Träger von Nährstoffen, die man auch nach Bedarf hineintun kann und die dann nicht aus einem lebendigen Prozess heraus vor Ort in die Pflanze eingegliedert werden. Man sieht den Boden auch als praktisch an, weil sich die Pflanze da so schön verwurzeln und verankern kann. Im Grun­de wäre aber das Annageln der Pflanze – überspitzt gesagt – genauso vertretbar, solange sie genug Infu­sionen mir allen ihr nötigen Stoffen bekäme. Es wird alles fragmentiert betrachtet, zu viel auf einzelne Be­standteile der „Maschine” Boden hingeblickt – etwa auf den Stickstoff (Nitrogen) nur als Element „N” – und viel zu wenig auf das Gesamtgefüge eingegan­gen. Das ist eben materialistisches Denken und in diesem Bereich geht das vollkommen an den inne­ren Gesetzen der Lebensprozesse vorbei. So kommt keine Humusschicht zustande. Wie diese zustandekommt, haben wir ja in Teil 1 besprochen. Es hat sich sogar in der Forschung herausgestellt, dass so lange noch genug natürlicher Humus da ist, dieser Hu­mus quasi immer noch den Kunstdünger mit seinem isolierten „N” darin mit verdaut und der Pflanze zur Verfügung stellt. Irgendwann aber, muss man im­mer mehr düngen, was auch teuer werden kann, weil immer weniger vom ausgebrachten Dünger von der Pflanze aufgenommen wird. Der schwindende Hu­mus stellt nach und nach seine Vermittlungsarbeit ein. In den 30er Jahren, also ziemlich am Anfang des Kunstdüngens noch, gab es eine Stickstoffeffizienz des Ammoniumdüngers von 60 – 80 %. Heute ist der Wert bei 16 – 20%. Der Rest gast aus oder geht ins Grundwasser, und wirkt dort als Gift. Pflanze und Kunstdünger ist eben nicht wie Auto und Treibstoff. Somit ist das Welthungerargument meiner Meinung nach vom Tisch, das besagt, man könne nur durch Kunstdüngung genug Nahrungsmittel für alle/al­le Menschen auf der Welt erzeugen. Eine Zeit lang puscht der Kunstdünger, aber irgendwann ist zu we­nig lebendiger Humus da und dann ist Feierabend.

Am Bodenleben orientierte Humuswirtschaft

Für uns Anthroposophen sei noch ein anderer As­pekt betont: Der Nitratdünger wird seit dem Haber-Bosch Verfahren aus dem Luftstickstoff synthetisiert und ist dabei durch einen Todesprozess gegangen. Im Biolandbau mit Kompost läuft das alles viel nä­her an den Lebensprozessen ab. Bei Demeter kommt dann noch eine spezielle Impulsierung der Lebens­kräfte hinzu, die durch einzelne Stoffe – wie Kalium, Calzium Silizium, Stickstoff, Wasserstoff, Schwefel und Phosphor (um nur die wichtigsten zu nennen) – vermittelt werden. Stoff kann hier als zur Ruhe ge­kommener Prozess verstanden werden, und jeder einzelne davon übernimmt eine spezifische Aufgabe in den Lebensprozessen der Organismen.

Ein guter humusreicher Boden benötigt eine am möglichst vielfältigen Bodenleben orientierte Hu­muswirtschaft. Organische Düngung reicht völlig aus. Das Bodenleben muss dafür aber aufgebaut und gesund erhalten werden! Der Biolandbau allgemein versucht die dem Boden eigenen Stoffwechselprozes­se auf ein möglichst hohes Niveau zu bringen. Bitte wohl beachten, was das bedeutet, denn der Mensch hat ja auch einen Stoffwechsel, hat Leben in sich. Er soll die Nahrung wiederum durch seinen eigenen Stoffwechsel gut aufnehmen können, damit er ge­sund bleibt.

Verwandtschaft des Humus mit der Pflanze

Der Stickstoff im lebendigen Humus besteht übrigens zu ca. 70% aus Aminosäuren. Interessant jedoch ist, dass der Humuskörper ganz ähnlich einer Zelle ist. Daher kommt dieser weiche, geflockte, kolloida­le Zustand des Humus, wie wir ihn auch im Eiweiß­körper in der Pflanze haben. Rudolf Steiner sagt im landwirtschaftlichen Kurs: Es besteht keine scharfe Grenze zwischen der Pflanze und dem umgebenden Boden. Es ist wie ein fließender Übergang. Das hat wiederum zwei Aspekte. Einmal sind die Wurzelhaa­re der Pflanze wirklich nur etwa 2 Micrometer groß, also unglaublich mikroskopisch fein. Sie verweben sich mit dem Ton-Humuskomplex im gesunden Bo­den und da finden erst die Nährstoffaustauschprozes­se statt. Da ist also diese unglaubliche Verwobenheit. Andererseits entdecken die Wurzelhaare sozusagen in einem lebend verbauten Boden mit starkem Anteil an Ton-Humuskomplexen um sich herum die Eiwei­ße, die sie aus ihrer eigenen inneren Physiologie ken­nen. Das heißt sie wachsen eigentlich in ein kolloida­les Zellgewebe und Aminosäurengefüge hinein und erkennen dadurch ihre Verwandtschaft zum Boden. Man könnte sagen, der Boden ist dann wie ein exter­nes Organ der Pflanze selbst. Das macht den lebendi­gen Humus aus. Boden und Humus bilden dann ei­nen ätherischen pflanzenverwandten Organismus.

Was macht eine am Bodenleben orientierte Landwirtschaft aus?

Dazu zählen ein humusreicher, möglichst vielfältig bewachsener Boden, das Beachten der dem Boden eigenen Stoffwechselprozesse, keine mineralische Düngung, sondern Kompostdüngung oder ähnli­ches, ein biologisches Gleichgewicht am Hof. Das stete achtsame Aufsuchen und Gestalten dieses Le­bensgleichgewichts bedeutet Gesundheit. Es redu­ziert sich hieraus ganz grundsätzlich der Bedarf an herkömmlichen Pestiziden, die ja selbstverständlich im Biolandbau verboten sind. Weiters ist die mög­lichst permanente Pflanzenbedeckung des Bodens auch nach der Ernte, reduzierte Bodenbearbeitung, also weniger Traktor, weniger Pflügen etc. zu beach­ten, sowie Diversität auch bei der Pflanzenauswahl, d.h. die Fruchtfolge ist wesentlich.

Teil 3 folgt im nächsten Heft. Inhalt: Kompostierung und Bodenbearbeitung.

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