Economy for Future

Text: Ines Kanka, Wien

Mit der Klimakrise führt uns die Natur heute deutlicher denn je vor Augen, dass die Menschheit einen anderen Umgang mit ihren natürlichen Lebensgrundlagen finden muss. Die Natur birgt aber zugleich auch den Schlüssel in sich, um wieder aus der Sackgasse herauszufinden: In ihr können wir die Gesetzmäßigkeit vom Werden und Vergehen sinnlich-sinnhaft erleben und erkennen.

Wie konnten wir da bloß meinen, dass in unseren gesellschaftlichen Lebensprozessen, namentlich in unserem Wirtschaften und damit einhergehend im Umgang mit den natürlichen Ressourcen das Prinzip ewigen Wachstums gelten könne? Wie konnte sich der Wachstumswahn als scheinbar alternativlose Notwendigkeit für die Wirtschaft so lange in unserem Denken und Handeln breit machen, bis uns die Natur die Unzulänglichkeit unseres Verhaltens unerbittlich aufzeigt? An den enormen sozialen Verwerfungen weltweit und an der fortschreitenden Zerstörung unserer Erde können wir sehen, dass sich die in der Wachstumslogik nicht berücksichtigten Kräfte des Abnehmens und Vergehens durch die Hintertüre krisenhaft wieder eingeschlichen haben.

Und wie kann es uns nun gelingen, noch vor dem Kippen ins Unumkehrbare den Kurs zu ändern? Das erstarrte Bild von unserer Wirtschaft, die angeblich primär der Profitmaximierung dient und immer Wachstum braucht, muss in Bewegung kommen! Wir sehen in dem Zerrbild ganz klar die Hauptursache für die Klimakrise und wollen daher auch hier ansetzten. Das Wirtschaftsleben braucht dringend solche Gestaltungen in der Erzeugung unserer gesellschaftlich benötigten Güter und Dienstleistungen und in der Vermittlung dieser Prozesse durch die Finanzströme, die den Lebensprinzipien von Entstehen, Wachsen und Vergehen entsprechen!

Dazu haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten zahlreiche zukunftsweisende Denkansätze, Initiativen und Projekte gebildet und konnten sich mehr oder weniger stark ins Licht der Öffentlichkeit stellen. Uns von der Europäischen Kreditinitiative etwa geht es um die Überwindung des Profitprinzips als primäres Ziel des Wirtschaftens und um die Idee einer profitunabhängigen Finanzierung, siehe hierzu www.creditinitiative.eu.

Wie aber kann sich aus diesen vielen kleineren und größeren Initiativen eine Kraft entfalten, die überkommene Wirtschaftsstrukturen in neue Bahnen zu lenken vermag? Zunächst erscheint uns das gegenseitige Wahrnehmen und öffentliche Aufzeigen all dessen wichtig, was schon an einer zukünftigen Wirtschaft baut. Wir haben dazu die Allianz “Economy for Future” gegründet. Es geht um eine Verbindung all derjenigen Kräfte, die auf dem Feld der Wirtschaft in eine neue Richtung streben, insbesondere vor dem Hintergrund der drängenden ökologischen Frage. Innerlich verbunden mit der Fridays-for-Future-Bewegung, die uns ja im letzten Jahr deutlich demonstriert hat, wie kräftig und weltumspannend man die Stimme erheben kann und muss, wollen wir auf diese Weise daran mitwirken gemeinsam die Wende einzuleiten.

Economy for Future bei der Fridays for Future-Demo vor der Wiener Unternehmenszentrale von Siemens, Fotocrdit: European Creditinitiative

Am 31.1. diesen Jahres fand die Auftaktveranstaltung zu Economy for Future in Wien statt. Das nächste Vernetzungstreffen ist für dieses Frühjahr geplant, siehe www.economyforfuture.net. Ein verbindendes Element im Strom der digitalen Information bildet der Hashtag #EconomyForFuture, der bei reger und vielseitiger Verwendung den positiven Denkansätzen und Initiativen Auftrieb verleihen kann. Und das Schöne dabei ist, es kann sich jede*r sofort daran beteiligen!

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