Wagnis Singen

Text: Ingrid Haselberger „Stirb und werde!” – eine auf den ersten Blick etwas herbe Zeile. Wer stirbt schon gerne? Lebendig sein bedeutet das ständige Aufgeben jedes einmal erreichten „sicheren“ Zustandes.  Schon wenn wir einen Schritt machen, können wir bemerken: Zuerst stehen wir fest auf beiden Beinen, dann heben wir ein Bein und begeben uns in…

Stirb und werde!

Text und Bild: Norbert Liszt Der Kunstgriff, viel Leben zu haben. „Leben ist ihre schönste Erfindung, und der Tod ist ihr Kunstgriff, viel Leben zu haben.“ aus Goethes Essay „Die Natur“ Im Jahreslauf der Natur können wir erleben, wie die Pflanze wächst, Wurzeln, Blätter, Blüten und Früchte bildet und wie sich in den Früchten die…

Ostern – Das für uns Menschen vergossene Blut

Text: Susanne Koczan Auch dem nicht bibelfesten Leser sind die Berichte von Kreuzigung und Auferstehung Christi zumindest in groben Zügen bekannt, stellen sie doch das zentrale Element der Evangelien und des christlichen Glaubens überhaupt dar. Was hat aber diese Erzählung, diese Ereignisfolge – Verrat durch Judas, Verurteilung durch Pontius Pilatus im Verein mit den jüdischen…

Friedensideal

Text: Wolfgang Schaffer Krieg ist das Erheben eines Gegners zum Ziel aktiver Gewalt. Frieden ist das freiwillige Angebot gemeinsamer Entwicklung durch aktive Unterstützung gegenseitiger Einzigartigkeit. Es gibt keinen Grund, Krieg gegen andere Menschen zu führen als die Überzeugung davon, seinen Gegner den eigenen Interessen unterordnen zu müssen. Die Not sich gegen kriegerische Angriffe zur Wehr…

Der Tod des Ajatollah

Text: Reinhard Apel Stirb und werde auf schiitisch Ajatollah Chamenei weilt in seiner Residenz. Um ihn sind einige Vertraute versammelt. Er ist der oberste geistliche Führer der schiitischen Republik Iran und zentrale Figur dieses Staatswesens. Seit Jahren haben westliche Staaten, dabei besonders Israel im Verbund mit den USA, den Iran, wegen seiner Fähigkeit eventuell doch…

…und werde!

Text und Bild: Wolfgang Schaffer Es gibt kaum einen kulturhistorischen Imperativ, der mehr Spannung in sich trägt als die beiden durch ein „und” verbundenen kurzen Worte, mit denen J. W. Goethe sein Gedicht „Selige Sehnsucht” zu Ende führt. Es geht darin um die poetisch bildhafte Beschreibung einer flammenden Selbstvernichtung. Sie tritt naturhaft in Folge einer…

Terra Preta

Herstellung von neuer Terra Preta (Schwarzerde) aus Biochar in Goiânia, Zentralbrasilien. Text: Gregor Kux Aus dem anorganischen CO2 der Atmosphäre entsteht organischer Kohlenstoff im Boden und belebt die Erde! Im Februar 2025 gründeten wir das Unternehmen Terra Carbono Ecológica zur Herstellung des Boden-Verbesserers und Substrats Terra Carbono, dessen Produktion sich aus den Studien und dem…

Der Weg zu mir

Text: Malcolm Allsop Wie komme ich zu mir? Nun am besten mit dem 13A Bus vom Hauptbahnhof bis zur vorletzten Haltestelle. Oh, Thema verfehlt, meinen Sie? Naja, U1 bis zur Taubstummengasse wäre auch eine Möglichkeit, vor allem mittwochs. (Haus der Anthroposophie. Anm.) Oder ich gehe ins „Secret Garden Restaurant“ in der Raimund Passage (erschwinglich, und…

Sich den Ärger ausmalen

Der Erwachsene: Vom Umgang mit starken Gefühlen in der Selbsterziehung. Reinhard Apel im Gespräch mit Stefan Kargermeier, Künstler Der Ärger ist eine sehr überraschende Angelegenheit. Man ärgert sich! Wumms, es ist passiert. Dann bleibt er einem auch noch länger, der Ärger. Denn man ärgert sich nachher auch noch – einfach, weil man sich geärgert hat…

Kraftspendender Lebensort Bauernhof

Text: Doris Edler Der Bauernhof funktioniert als ein lebendiges Geflecht von Mensch und Natur, er ist ein Ort der Kultur. Sein Standort, also die Lage im Raum (Seehöhe, Süd-, Ost-, West- oder Nord Lage) mit den Bodenverhältnissen bestimmt das Pflanzenwachstum und somit die Anbaubedingungen. (auf einem Bauernhof.) Das sind gegebene Bedingungen, sozusagen die Naturbegabung des…

Scham und Krankheit – vom Hindernis zum Wegweiser

Text: Ingrid Haselberger Meine erste Erfahrung mit dem „inneren Weg“ machte ich in der Volksschulzeit. Als wir im Religionsunterricht das „Vaterunser“ gelernt hatten, wollte ich es am Abend vor dem Einschlafen still beten. Doch schon nach ein paar Sätzen verlor ich den Faden, dachte an ganz andere Dinge und vergaß, wo im Gebet ich stehengeblieben…

Weg und Ziel zugleich

Text: Wolfgang Schaffer Anthroposophie wird als ein Weg der Erkenntnis beschrieben. Es geht dabei um die Verstärkung des ganz gewöhnlichen, tagwachen Bewusstseins durch eine Vertiefung der Kräfte, die diesem Bewusstsein zugrunde liegen. Eine solche Entwicklung der Denkkraft hat nicht direkt etwas mit gesteigerter Intellektualität zu tun. Es wird, um ein Bild aus der «Philosophie der…

Der Ansturm der Gefühle

Die Pubertät: Das Ergreifen der Gefühlswelt im Unterricht für Kunstgeschichte Gespräch mit Dr. Arnulf Bastin, Waldorflehrer für Kunstgeschichte und Deutsch. Textbau: Reinhard Apel. Wegen anders formatiertem Text, siehe Anmerkung unten. Als international tätiger Waldorflehrer gebe ich Kunstunterricht für die neunte, zehnte und elfte Schulstufe. Während der Waldorfkindergarten noch das Vorschulkind bei der letzten Phase der…